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Reisebericht Provence

Vom 07. bis 11. Juni 2018 fand unsere Reise in die Provence statt mit einem Opernbesuch in Marseille. Nach unserer planmäßigen Ankunft am Airport Marseille frühmorgens fuhren wir mit dem Bus nach Avignon. Erste Begegnung mit der legendären Brücke aus dem 17. Jhdt., die nur noch zum Teil erhalten ist und über die Rhone führte. Unser charmanter Reisebegleiter Alain hat uns gelehrt, dass der ursprüngliche Text von dem Kinderlied nicht  „SUR  le pont d´avignon“ sondern „SOUS le pont…“ lautete. Mit dieser neuen Erkenntnis gingen wir weiter zum „Palais des papes“, dem Palast der Päpste. Der wichtigste gotische Palast, gleichzeitig starke Festung und prunkvoller Palast, war im 14. Jhdt. der Sitz der Christlichen Welt. Heute Weltkulturerbe der UNESCO. Der Palast wurde von neun aufeinander folgenden Päpsten geprägt, von denen die berühmtesten Benedikt XII. und Klemens VI. waren. Danach nahmen wir Bezug in unserer Hotelanlage in dem idyllischen Ort L´Isle sur la Sorgue in der Region Lubéron (Dep. Vaucluse). Am Folgetag stand das bezaubernde Dorf Les Baux-de-Provence auf dem Programm, erhaben gelegen in dem von Erosion modellierten Kalkgestein der „Les Alpilles“ (kleinen Alpen) und bekannt geworden durch reichlich Bauxitvorkommen. Nach einem Bummel durch die malerischen Gassen, der durch zahlreiche Einkäufe (Leinen, Seifen, Sonnenhut) bereichert wurde, besuchten wir eine Olivenöl-Mühle namens Cornille in Maussane-les-Alpilles. Dort hatten wir eine Verkostung ausgewählter Olivenöle, die auch ihre Käufer fanden. Weiter ging es nach Arles – dort besichtigten wir die Arena / Amphitheater und das Antike Theater, bevor wir zu unserer Hotelanlage zurückfuhren.
Es wurde zu einer netten Gepflogenheit, dass sich die komplette Gruppe jeden Abend vor unserem Abendessen auf der Restaurantterrasse neben dem Pool zu einem gemeinsamen Aperitif getroffen hat. Der dritte Tag begann mit einem Zwischenstopp am Pont du Gard auf der Fahrt nach Nîmes. Der Pont du Gard wurde im 1. Jhdt. n. Chr. erbaut und ist zweifelsohne ein Paradebeispiel  für den römischen Wasserleitungsbau (Weltkulturerbe).Um das Tal des Gardon zu überbrücken, errichteten die Römer eine Brücke mit drei übereinander angeordneten Arkadenreihen. In Nîmes angekommen, konnten wir uns bei einem geführten Stadtrundgang und einem Besuch im Maison Carré einen Eindruck der Stadt verschaffen. Das Maison Carré ist der einzige vollständig erhaltene Tempel der Antike. Er wurde zu Ehren Gaius und Lucius Caesar, der Adoptivenkelsöhne Kaiser Augustus, erbaut. Sehenswert waren auch die Arena und das Amphitheater
Auf den Rückweg sahen wir in einem kleinen gallo-romanischen Weingut in Beaucaire die ehemaligen Produktionsgänge des Weins unter den Römern an und konnten das Produkt sogar im Anschluss verkosten. Am Sonntag besuchten wir in Aix-en-Provence das Musée Granet mit einer Picasso-Ausstellung  und fuhren weiter entlang der Cézanne-Straße zum Montagne Sainte Victoire, einem beliebten Motiv des Malers, mit Ziel Marseille. Dort stand am Nachmittag der Besuch der Oper ERNANI von Verdi in der Opéra Marseille als musikalischer Höhepunkt auf dem Programm. In einem Lokal am Hafen (Vieux Port) haben wir danach unser Abschiedsessen in gemütlicher Runde eingenommen.
Unser letzter Tag war ganz der Hafenstadt Marseille gewidmet. Nach einer kurzen Stadtführung hatte jeder genügend Zeit, sich auf seine individuelle Weise von Marseille zu verabschieden. Als wir die Fahrt zum Flughafen antreten wollten, erfuhren wir, dass wir (nicht ganz freiwillig) noch eine Nacht länger in Marseille bleiben dürfen, da unser Flug wegen Unwetter in Frankfurt annulliert wurde. Aber dieses unvorhersehbare Ereignis hat die Gruppe „angenommen“ und bereitwillig ertragen, so dass wir einem Tag später als geplant am frühen Morgen unversehrt in Frankfurt gelandet waren. (rf)